Aktualisiert: 12.10. 2026

Schlangenträger

Wenn Sie in der ersten Dezemberhälfte geboren sind oder jemanden kennen, der es ist, sollten Sie aufmerken! Aber auch alle anderen, die sich für Astrologie interessieren, kommen auf ihre Kosten, ganz gleich, wann sie Geburtstag haben. Besonders dann, wenn Sie manche Ungenauigkeiten in den allgemeinen Beschreibungen der einzelnen Sternzeichen erklären möchten.

Schlangenträger

Das geheimnisvolle Sternbild Schlangenträger

Der Schlangenträger ist ein Sternbild zwischen Skorpion und Schütze. Die Sonne zieht tatsächlich vom 1. bis 18. Dezember hindurch. Vor allem Schützen werden jetzt vielleicht einwenden, dass diese Zeit ihnen gehört, doch dieser Artikel wird hoffentlich vieles klären, wenn wir den Schlangenträger genauer betrachten.

Schon die Slawen, aber auch Hindus und Zoroastrier wussten in alter Zeit, dass die Sonne auch durch dieses Sternbild wandert. Sie glaubten außerdem, dass sich die Menschen in dieser Zeit nur auf sich selbst verlassen können, weil die Götter für ihre Gebete angeblich taub sind. Die Zeit, in der die Sonne durch den Schlangenträger zieht, gilt als Zeit der Bewährungsproben und der geistigen Wiedergeburt. Sie verbindet uns mit dem Universum und mit anderen Welten. Der Schlangenträger verwandelt die Energie des Tierkreisrades eher in eine Spirale, die uns, statt im geschlossenen Kreis zu laufen, freien Zugang zu einem neuen Entwicklungsweg eröffnet.

Unsere Erde unterliegt einem Phänomen namens Präzession, durch das sich die Erdachse geringfügig verschiebt. Das beeinflusst unter anderem auch die Bestimmung der astrologischen Zeichen. Seit die alten Babylonier die 12 Tierkreiszeichen festgelegt haben, hat sich am Himmel einiges verändert, und das Horoskoprad hat sich leicht verschoben. Deshalb stehen wir oft unter dem Einfluss des vorhergehenden Zeichens. Diese Fakten behandeln wir ausführlicher in der Übersicht der Tierkreiszeichen.

Der Schlangenträger – das dreizehnte Tierkreiszeichen

Wir können den Schlangenträger aber selbst in den Tierkreis aufnehmen, wenn wir ihn charakterisieren können. In der Mythologie wird der Schlangenträger meist mit dem griechischen Heiler Asklepios verglichen, der alle Krankheiten heilen und sogar Tote erwecken konnte. Eine Schlange soll ihm geholfen haben, Heilkräuter zu finden. Die Legende von Asklepios ähnelt der Geschichte von der Geburt Krishnas, und in anderen Quellen wird der Schlangenträger mit dem ägyptischen Imhotep in Verbindung gebracht.

Wie alle 12 astrologischen Zeichen hat auch der Schlangenträger (lateinisch Ophiuchus oder Serpentarius) sein Symbol. Es sieht aus wie der Buchstabe U mit einer Wellenlinie darüber. Es soll einen Mann darstellen, der eine Schlange in den Händen hält. Von der Erde aus gesehen wirkt es, als teile der Schlangenträger die Schlange in zwei Teile, Kopf und Schwanz. Manchmal wird auch ein Symbol verwendet, das eine um einen Stab gewundene Schlange zeigt.

Die Zeit, in der der Schlangenträger über die Sonne herrscht, fällt in einen sechswöchigen Zyklus, in dem Menschen mit großem energetischem Potenzial oder starker Intuition geboren werden. Oft werden sie Psychologen, Heiler oder Mystiker. Manche von ihnen sind geradezu berufen, auf unserem Planeten Gutes zu tun, die übrigen tun in der Regel das genaue Gegenteil. Etwas dazwischen gibt es nicht, denn Schlangenträger sind die Verkörperung des Extrems. Den einen bringen sie Glück und Freude (zum Beispiel Sathya Sai Baba), anderen Unglück und Trübsal (Augusto Pinochet). Sie sind entweder sehr stark oder extrem schwach, verhalten sich entweder sehr weise oder ganz töricht.

Nicht jeder von ihnen versteht es, seine Gabe zu nutzen. Oft müssen sie alles Alte hinter sich verbrennen, um wie ein Phönix aus der Asche wieder aufzustehen und ein anderer Mensch zu werden. Durch ihr Leben zieht sich eine Reihe unerklärlicher Ereignisse, denen sie nicht ausweichen können. Man könnte sagen, sie sind Geiseln ihres Schicksals. Auf die Ereignisse in ihrem Leben haben sie verhältnismäßig wenig Einfluss, denn vieles ist ihnen bestimmt. Nicht als Strafe, sondern als Gelegenheit, viel Neues zu lernen, damit sie sich entwickeln und besser werden können. Als eines der wenigen Zeichen genießen sie das Leben in vollen Zügen und lieben Reisen und Abenteuer. In gefährlichen oder lebensbedrohlichen Situationen sind es in der Regel sie, die ohne einen Kratzer davonkommen oder wie durch ein Wunder überleben. Sie können sich nämlich ganz auf sich selbst verlassen.

Am häufigsten sind es Schlangenträger, die ein Doppelleben führen. Sie haben vielleicht mehrere Familien in verschiedenen Städten und bewegen sich in vielen, oft völlig unvereinbaren sozialen Kreisen.

Mit Menschen, die in der ersten Dezemberhälfte geboren sind, sollte man sich nicht streiten. Sie sind zu außergewöhnlich stürmischen Reaktionen fähig, mitunter auch zu Rache. Nicht, weil sie böse wären, sondern weil sie anderen ihre feindselige Haltung nur schwer verzeihen. Auf Ereignisse im Leben reagieren sie entweder mit Bösem oder mit Gutem, niemals mit unentschlossener Lauheit. Sie haben die Gabe, etwas Wunderbares, das sie geschaffen haben, zu verlassen oder aufzugeben, können aber paradoxerweise Dinge und Beziehungen, die längst nicht mehr funktionieren, aus bloßer Gewohnheit nicht loslassen. So werden sie leicht zu Sklaven ihrer Gewohnheiten. Ihr Leben ist ein Schlachtfeld, auf dem sie als eines der wenigen Zeichen gut leben können. Sie können nicht einfach stehen bleiben und ausruhen. Und wenn doch, stellen sie sich damit gegen sich selbst. Dann kommt der unvermeidliche Zusammenbruch der Ereignisse, der sie wieder dazu antreibt, weiterzugehen.

Jedes Jahr im Herbst stirbt die Natur, um wieder geboren zu werden – das ist der Schlangenträger.

Wann und wo ist der Schlangenträger am Himmel am besten zu sehen?

Von der Nordhalbkugel aus ist das Sternbild Schlangenträger im Sommer am besten zu sehen. Ende Juli und Anfang August steht es in der Dämmerung hoch am Südhimmel. Auf der Südhalbkugel ist der Winter die beste Beobachtungszeit. Der hellste Stern des Sternbilds ist Ras Alhague, der „Kopf des Schlangenträgers“. Erwähnenswert ist außerdem, dass die Milchstraße durch den nordöstlichen und den südlichen Teil des Schlangenträgers verläuft.

Soll der Schlangenträger in den Tierkreis aufgenommen werden oder nicht?

Wie in solchen Fällen meist üblich, gibt es zwei Lager. Die einen behaupten, der Schlangenträger sei kein Tierkreiszeichen, sondern nur ein Sternbild und habe daher mit der heutigen und der antiken Astrologie nichts zu tun. Die anderen versuchen das Gegenteil zu beweisen, denn mit der Aufnahme des Sternbilds in das astrologische Rad und der Anpassung der Daten, an denen die Sonne tatsächlich durch die einzelnen Zeichen zieht, könnte die Astrologie ihren Ruf verbessern.

Natálie Dobrovolná